
Eine verbotene Liebe, eine unmögliche Flucht, eine in den Wellen versteckte Insel…
Schwert geschrieben wurde, wurde Brescia niedergebrannt und erobert. Der edle Marco Nanio und sein Sohn Antonio wurden gefangen genommen und in die Hände des mächtigen Langobardenkönigs Vitolfo geworfen.
Doch gerade da, wo niemand damit gerechnet hatte, erblühte eine Liebe: Vitilde, die Tochter des Königs, verliebte sich unsterblich in den jungen Gefangenen. Die beiden heirateten heimlich und schworen sich ewige Liebe, fernab von den Augen der Welt.
Als der König ihre Verbindung entdeckte, war seine Wut unerbittlich. Vitilde wurde auf die Insel Garda verbannt, isoliert von allem. Antonio wurde in der Rocca di Manerba eingesperrt, inmitten von Ketten und Schweigen. Die Jahre vergingen…
Aber in einer Sommernacht, während eines heftigen Gewitters, gelang es Antonio zu entkommen. Die Wellen rissen ihn vom Ufer weg, trieben ihn weit weg… bis er genau auf der Insel strandete, auf der Vitilde gefangen gehalten wurde.
Wieder einmal hatte sich das Schicksal der Macht der Liebe gebeugt. Die beiden umarmten sich heimlich wieder, und um nicht erneut getrennt zu werden, flüchtete sich Antonio in die Höhlen der Insel.
Im Laufe der Zeit begannen die Fischer von einem mysteriösen Mann zu erzählen, der denjenigen half, die während der Stürme in Schwierigkeiten waren. Eine stille Seele, die aus dem Nichts zu erscheinen schien und dann zwischen den Bäumen und Felsen verschwand. So begann die Legende.
Und seitdem wird am Ufer des Sees immer noch sein Name geflüstert: der Einsiedler der Insel.